Deutsche Hochschulmeisterschaften 2004 in Münster mit drei Teilnehmern aus
Beindersheim
Vom 25. bis 27.Juni fanden in Münster die Deutschen Hochschulmeisterschaften
statt, an denen drei Beindersheimer teilnahmen: Tanja, Anders und Markus. Sie
kamen auch alle drei wieder lebendig zurück, was nicht so
selbstverständlich ist wie es scheint. Doch lest selbst was sich alles
zugetragen hat.
Die Anreise am Freitag ist nicht wirklich erwähnenswert. Keine berserkenden LKWs
auf den Autobahnen, keine Radarfallen, nur ein gelangweilter Fahrer (Markus) und
zwei größtenteils schlafenden Mitfahrer. In Münster angekommen machten wir
zuerst unser Nachtquartier ausfindig: eine Turnhalle. Wir hatten jedoch nicht
wirklich damit gerechnet, dass dort auf der Größe eines normalen Hallenfeldes
etwa 300 bis 400 Studenten campieren, die noch dazu größtenteils dem Alkohol
frönten (was ja nun nichts wirklich ungewöhnliches unter Studenten ist). Nein,
so viele Teilnehmer nahmen nicht an der DHM im Squash teil, vielmehr fanden
gleichzeitig noch die Hochschulmeisterschaften im Inline-Hockey, Basketball und
Futsal (das offizielle Hallenfußball der UEFA) statt.
Bevor wir uns unserem nächtlichen Schicksal ergaben, gingen wir noch nett in
einem Studentenlokal essen. Eigentlich nichts besonderes, wenn wir dort nicht
die erste bedrohliche Situation hätten meistern müssen. Schließlich lief an
diesem Abend das EM-Viertelfinale zwischen Frankreich und Griechenland.
Alle in dieser Gaststätte waren für Griechenland, mit Ausnahme eines Gastes, der
in seiner Tippgruppe auf einen französischen Sieg gesetzt hatte: Anders. Wie wir
Anders kennen, hatte er keine Probleme damit, sein Missfallen am Spielverlauf
auszudrücken und riss immer zu den falschen Zeitpunkten die Arme in die Höhe,
weil Henry mal wieder knapp vorbeigeschossen hatte. Glücklicherweise waren die
anderen Gäste eher älteren Kalibers, so dass wir Anders wieder heil aus dieser
netten Lokalität raus brachten.
Zurück zur Übernachtung: von Nachtruhe kann man eigentlich nicht sprechen. Wann
immer mal der Lautstärkepegel etwas fiel, kam eine neue Gruppe
Übernachtungswilliger an und machte sich erst mal lauthals bemerkbar (auch dank
einer erhöhten Konzentration an OH-Gruppen im Blut). Erschwerend kam hinzu, dass
ein Inline-Hockey-Team der Bundeswehr anwesend war und die Jungs scheint man
nicht wirklich gut leiden zu können. Ständig wurden Hohnlieder auf sie
angestimmt; glücklicherweise nahmen diese es jedoch gelassen. Das alles führte
jedoch am nächsten Morgen zu einem erheblichen Schlafdefizit bei allen
Beteiligten.
Doch nun zum eigentlichen Wettkampf, schließlich sollte ja auch noch Squash
gespielt werden. Nach einem studentischen Frühstück ging es ins Center, wo erst
mal so gut wie jeder eine Dusche nahm. Viel wacher wurden wir dadurch zwar
nicht, aber was solls ...
Die Auslosung wurde dann recht unterschiedlich bewertet: Während bei den Herren
in 3 Feldern mit insgesamt 33 Teilnehmern gespielt wurde, wurden die 9 Damen in
ein Feld geworfen. Die besten 3 waren gesetzt, der Rest in Gruppen zugelost. Und
da hatte Tanja mal wieder Pech: sie landete in einer Gruppe mit Stefanie Rohe
und Katrin Uthoff, zwei Spielerinnen aus Münster die für das dortige
Bundesligateam gemeldet und in der Deutschen Rangliste ein
gutes Stück über ihr anzusiedeln sind. Während diese Gruppe also aus 3 Top40
DRL-Spielerinnen bestand, wurden in die anderen Gruppen eher
Freizeitspielerinnen zugelost (dummer Begriff, weil wir ja alle Freizeitspieler
sind ... ich denke mal ihr wisst was ich meine). Dennoch nahm sie es nach erster
Enttäuschung mit Fassung und machte das beste draus: sie spielte ihr bestes
Squash gegen Katrin Uthoff und verlor nach 2-1 Satzführung knapp in fünf Sätzen.
Im Spiel gegen Stefanie Rohe war dann nicht mehr viel drin, so dass sie dieses
klar in drei Sätzen abgab. Dennoch schien sie zufrieden mit der guten
Leistung im ersten Spiel zu sein (und wann kommt das bei einer Beindersheimer
Dame schon mal vor -_-). Nach diesen beiden Niederlagen konnte sie maximal noch
7. werden, was ihr dann auch ohne einen Satz abzugeben gelang.
Erwähnenswert ist, dass bei den Damen einige Topspielerinnen dabei waren, allen
voran die Nr.1 und 9 der DRL Kathrin Rohrmüller und Eva Brauckmann. Diese
beiden bestritten auch das Finale, das Rohrmüller mit 9-1 8-10 9-5 9-0 insgesamt
recht klar gewann (Übermäßiger Alkoholkonsum geht auch an einer Nr.1 nicht
spurlos
vorrüber).
Für Anders und Markus sah es folgendermaßen aus: beide waren im A-Feld, das aus
2 Gruppen mit je 3 Teilnehmern bestand. Gesetzt waren Markus Knäpper (DRL 16)
und der Zweitligaspieler Jens Haselböck (DRL 86). Anders war zusammen mit Nils
Sporkmann zusammen in einer Gruppe mit Jens Haselböck, Markus zusammen mit
Michael Bahmann in der Knäpper-Gruppe. Höhepunkt der Gruppenspiele war der
5-Satz-Krimi Anders Squashky gegen Nils Sporky. Ein verrücktes Spiel, war es
doch
trotz 5 Sätzen nach 35 Minuten vorrüber. Im ersten und dritten Satz dominierte
Nils klar, im 2. und 4. war dann Anders an der Reihe (9-2 1-9 9-1 0-9). Im
fünften
Satz ging es dann jedoch so richtig zur Sache, vor allem weil die ach so
gefürchteten Krosckyschen Volleys ein ums andere Mal ihr Ziel fanden (die Götter
wissen wie er das macht). Nils kam aus dem Kopfschütteln gar nicht mehr raus und
musste den fünften Satz mit 9-7 an Anders abgeben. Damit war Anders schon im
Halbfinale. Seine 3-Satz-Niederlage gegen Jens Haselböck konnte daran nichts
mehr ändern.
Sein Gegner wurde in der Gruppe mit den beiden Markussen, Markusi, Markussas
usw. etc. ermittelt. Nachdem diese jeweils gegen Micha Bahmann gewonnen hatten,
war eigentlich klar,
dass er es mit Markus Knäpper zu tun bekommen würde, schliesslich war dieser der
mit Abstand stärkste Akteur im Feld. Unser Markus schlug sich dennoch wacker
im Spiel gegen den Münsteraner. 8 Minuten lang war es ein richtig gutes Spiel
mit langen und enorm schnellen Ballwechseln. Bei 5-5 im ersten Satz gingen
jedoch
beim falschen Markus die Lichter aus (der Puls war einfach zu lange über 190),
wonach Knäpper recht einfaches Spiel hatte. Er gab danach nur noch einen Punkt
im ganzen Spiel ab.
Damit standen die Halbfinals fest: Knäpper-Krosky und Haselböck-Serr. Anders
durfte zuerst ran, hatte ähnlich wie Markus am Vortag keine Chance und verlor
glatt in drei Sätzen. Im zweiten Halbfinale konnte Markus eine alte Rechnung
begleichen und schlug Jens Haselböck glatt in drei Sätzen. Ein für Anders
folgenschwerer Ausgang, wie sich später noch zeigen sollte. Es kam nämlich im
Spiel um Platz 3 erneut zum Spiel Haselböck gegen Kroscky. Beim stand von 6-5
(1. Satz) gegen
Anders erwischte Haselböck (der einen ordentlichen Bums aufweisen kann) unseren
Vodoo-Gott mitten im Ausschwung mit dem Schläger über dem linken Auge. Für
Anders war das Spiel
damit gelaufen, hatte er doch eine lange klaffende Wunde über dem Auge. Markus
fuhr mit ihm direkt ins Uniklinikum, wo er mit 4 Stichen genäht wurde.
Mittlerweile
war das Augenlid dermaßen geschwollen, dass Anders das Auge quasi nicht mehr
öffnen konnte. Nach Oli, der ja von Cornel eine abgeräumt bekam, ist Anders der
zweite
Vertreter der 1. Mannschaft, der nun eine Narbe überm linken Auge aufzuweisen
hat. Es bleibt nur zu hoffen, dass das kein Markenzeichen der 1. Beindersheimer
Mannschaft wird. Jedenfalls haben sich Markus und Michael dagegen ausgesprochen,
das als Markenzeichen zu etablieren.
Direkt vom Krankenhaus zurück gekommen, durfte Markus dann gleich in den Court,
um das Finale gegen Markus Knäpper zu spielen. Um es kurz zu sagen: es verlief
ähnlich
wie das erste Spiel, unser Markus war chancenlos.
Fazit: alle sind lebendig (aber nicht unbedingt heil) zurückgekehrt, Markus ist
Deutscher Hochschulvizemeister, Anders gewann Bronze und Tanja fiel der
schlechten Auslosung zum Opfer. Einen äusserst positiven Ausklang fand das
Wochenende am Sonntag abend, als wir alle von Karl-Heinz Kroscky vorzüglich
bekocht wurden.
Danach war dann nur noch kollektives Schlaf nachholen angesagt.